Projektträger: Hessische Hausstiftung
Förderquote: 45 % der förderfähigen Kosten
Fördersumme: 9.000,00 €
Umsetzungszeitraum: Januar 2013 – Mai 2013
Arbeitskreise: Kultur und Umwelt

Das über 500 Jahre alte Gut Panker liegt unmittelbar an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins in der Hohwachter Bucht Region. Gut Panker ist ein malerischer kleiner Ort mit einem barocken Herrenhaus, der Kapelle, einem mächtigen Torhaus, alten Wirtschafts- und Wohngebäuden und Ställen. Das heutige Gut Panker ist eine aktive Guts- beziehungsweise Dorfgemeinschaft mit rund 80 Einwohnern.

Die 17 Liegenschaften des Gutes Panker werden derzeit mit gebäudeweisen Einzelfeuerungsanlagen auf Heizölbasis mit Wärme versorgt. Vor dem Hintergrund aktueller klima- und energiepolitischer Entwicklungen und betriebswirtschaftlicher Betrachtungen soll nun untersucht werden, welche Energieeinsparpotenziale bestehen und welche sinnvollen Maßnahmen zur Umsetzung kommen können.

Als Vorbereitung für die Machbarkeitsuntersuchung Geothermie erfolgt in einem ersten Schritt eine Bestandsaufnahme der bestehenden Wärmeerzeugungsanlagen, eine Wärmebedarfs- und Heizlastberechnung, die Berechnung des hydraulischen Abgleichs und die optimierte Bemessung der Trinkwassererwärmungssysteme. Diese Maßnahmen sind nicht Gegenstand dieses Förderantrags.

Auf Grundlage dieser Vorarbeiten sollen nun im Rahmen einer Machbarkeitsuntersuchung die geologischen Rahmenbedingungen für den Einsatz mitteltiefer Geothermie zur Wärmeerzeugung unter Einbeziehung verschiedener Auslegungsvarianten geprüft und anschließend die Wirtschaftlichkeit für die Wärmeerzeugungssysteme im Rahmen eines technisch-wirtschaftlichen Businessplanes betrachtet werden.

Aus diesen Betrachtungen soll eine Empfehlung für die zukünftige Versorgungsstruktur abgeleitet werden. Die Untersuchung soll als Entscheidungsgrundlage für nachhaltige Investitionen in die Anlagentechnik dienen, um eine größtmögliche Anlageneffizienz zu erreichen.

Durch die Machbarkeitsuntersuchung wird der Einsatz erneuerbarer Energien von der Geothermie bis hin zum Einsatz von Biomasse (Holz oder Biogas) betrachtet und mit den bestehenden Erzeugungsstrukturen sowohl technisch, wirtschaftlich und auch in ihren klimabeeinflussenden Wirkungen verglichen. Es kann so die einzusparende CO2-Menge gegenüber sämtlichen denkbaren Versorgungsvarianten ermittelt und bewertet werden.

Die Machbarkeitsuntersuchung hat überregionale Bedeutung, da hier Erkenntnisse gewonnen werden sollen, in wie weit mitteltiefe Geothermie in Schleswig-Holstein zur Wärmeversorgung von Bestandsgebäuden im ländlichen Raum eingesetzt werden kann und welche geologischen und technisch-wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erfüllt werden müssen, um diese bisher nicht in Schleswig-Holstein zum Einsatz kommende Energieform für die Energiewende Schleswig-Holstein einsetzbar zu gestalten.

Am Beispiel des Gutes Panker würde sich damit beispielhaft nachweisen lassen, zu welchen Bedingungen wieviel CO2 eingespart werden kann. Gut Panker bietet sich sehr gut für eine derartige Untersuchung an, weil es die ländliche Struktur sehr gut exemplarisch abbildet, hier aber nur ein Eigentümer über das Vorhaben zu entscheiden hat und nicht wie in den ländlichen Gemeinden zunächst eine Vielzahl von Bürgern und Gremien für eine solche Untersuchung bzw. Vorhabensidee gewonnen werden müssen.

Die Erkenntnisse aus der Machbarkeitsuntersuchung sollen sich auch auf andere dörfliche Strukturen bzw. Gemeinden im ländlichen Raum übertragen lassen.